Freitag, 6. Juli 2012

Schlosskeller

In meinem Privatleben herrschen märchenhafte Zustände, den Tag über aber fühle ich mich wie in meinem eigenen Schlosskeller gefangen...
Angefangen hat es damit, dass Lety, die kranke Chefin, sich wohl übergangen gefühlt hat, als ich ihr nicht gesondert Bescheid gegeben hatte wg meiner Entscheidung, den Urlaub anzunehmen. Am Freitag vor meinen 3 Wochen Urlaub ging sie ohne sich zu verabschieden. 2 Tage vor der Hochzeit hab ich ihr noch gemailt wg einem Papier und geschrieben, dass ich gerne die Frühschicht übernehmen würde, keine Reaktion. Am Freitag in den Flitterwochen schrieb ich nochmal wg der Schicht, kam zurück es gäbe da nichts zu klären, da meine Schicht von 12 bis 8 ist, punkt. Als ich zurückkam, nur ein kurzes „Hola, que tal“ im Vorbeigehen, zur Hochzeit gratuliert hat sie mir nie, klarer Fall von Neid natürlich. Am nächsten Tag, meinem Geburtstag, hat sie bis sie um 7 ging gewartet, um mir zu gratulieren. Ausserdem hat sie wohl tagelang nichts anderes gemacht, als mich in der Kamera in meinem Rücken auszuspähen und sofort anzurufen, falls jemand kurz bei mir auf ein Schwätzchen stehen blieb und einmal meinte sie sogar (sofort entlarvte Lüge... ich konnte nur in den Höhrer lachen...), dass sobald ich auf die Seite von facebook ginge, sich automatisch ihre Kamera anschalten würde. Und seither gibt sie mir auch keine Aufgaben mehr und ich sitze nur noch den ganzen Tag rum, sterbe vor Untätigkeit und Kälte (hier ist auf ca. 18°C runtergekühlt, nur auszuhalten mit Sweatshirt unter der Bluse) und mache wirklich nur Rezeptionistinnen-Sachen, zusammengefasst ist das Anrufe annehmen und weiterleiten (nicht wirklich viele), Sendungen entgegennehmen, Kunden empfangen und in ihre Konferenzräume geleiten, drei Berichte am Tag versenden und Sauberkeit überprüfen, so ungefähr. Total ätzend. Für sowas bin ich wirklich sowas von überqualifiziert... Und meine Lebenszeit ist zu schade dafür. Wenn ich wenigstens schon die Frühschicht hätte... Es waren aber schon 6 Kandidatinnen da und keine hat dem Chef anscheinend gefallen. Gestern, nachdem meiner Kollegin vorletzte Woche schon das Internet abgestellt und das Handy verboten wurde, wurde mir dann auch noch das Internet abgestellt. Lety war aber zu feige, mir irgendetwas zu sagen, hat einfach den Informatiker vorgeschickt und fertig. Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht eine einfache Art gefunden hätte, meinen PC ans Internet anzuschliessen, aber sie hat ja immer noch die Kamera... Sicher ist, ich muss hier weg. Mich hält eigentlich nur das Gefühl, dem Chef was schuldig zu sein, weil er mir ja mit dem Urlaub so entgegen gekommen ist. Und weil ich erfahren habe (top secret), dass Lety die Anweisung hat, mich in Ruhe zu lassen (einige, die vorher hier gearbeitet haben, sind wegen ihr gegangen...), sprich der Chef will mich hier haben... Ich kann also immer petzen gehen höhö..
Die Frage ist nur, wie lange ich noch aushalte. Denn an Weihnachten gibts zwei Monatsgehälter Weihnachtsgeld. Und wenn man vorher ausscheidet, ist es sehr fraglich, ob man den Anteil jemals zu Gesicht bekommt. Und die andere Frage ist, was mach ich? Ich hab ein paar Ideen im Kopf... irgendwas muss ja was werden! Auf jeden Fall will ich keine Angestellte mit 6 Tagen Urlaub nach dem 1. Jahr mehr sein... :(  

Nachtrag 17.07.
Nach 5 Wochen normalisiert (soweit das hier geht) sich die Lage wieder.. seltsam. Ich hab wieder Internet, war auf einmal wieder da, und seit heute bekomme ich wieder die alten Aufgaben zugewiesen. So ist mir wenigstens nicht die ganze Zeit so langweilig, hehe. Denn viel Zeitfüllendes kann ich immer noch nicht machen, da sie mich immer noch in der Kamera beobachtet... Und eine Kollegin, die die Spätschicht übernehmen würde, ist immer noch nicht in Sicht. Es kommt mir ganz so vor, als würde in den nächsten Monaten auch keine mehr kommen, wahrscheinlich finden sie es so wie es ist ziemlich bequem......

Besuch

Flitterwoche


Montag – Dienstag: Puerto Escondido, Oaxaca
Mittwoch – Sonntag: Zipolite, Oaxaca

Geflogen sind wir natürlich mit Miguels Airline Vivaaerobus zum Spezialtarif :)
Und mit Spezialbehandlung, erstens hatte Miguel beim Hinflug das falsche Gepäckstück aufgegeben und dann sämtliche Hygieneartikel und unsere Flasche Moët im Handgepäck und es war dann (fast) kein Problem, dieses auch noch als Gepäckstück aufzugeben ;)
Zweitens kannte er alle Flugbegleiter und uns wurde gratis Wasser ausgeschenkt (wie bei Ryanair muss man auch hier für alles bezahlen) und Essen zum Mitarbeiterpreis verkauft, haha.
Und drittens, der Kapitän und Erster Offizier beim Hinflug waren Freunde von Miguel, die auch zur Hochzeit eingeladen waren, aber beide nicht frei bekommen hatten. Unser Geschenk kriegten wir dann während dem Flug: WIR DURFTEN IM COCKPIT MITFLIEGEN! Der absolute Hammer. Eigentlich ist das verboten.... aber solange keiner was sagt, passiert auch nix ;) Es war jedenfalls unglaublich toll, ein ganz anderes Gefühl, 180° direkt alles VOR einem zu haben und darauf zu zu fliegen bzw. zu umfliegen. Und wunderschön. Auch der Flughafen von Puerto Escondido direkt am Meer... Ausserdem konnte ich so endlich mal sehen, was mein MANN denn so „auf der Arbeit“ macht, hehe. Das hatte mir wirklich noch gefehlt!
Auf dem Rückflug war es zufälligerweise wieder genau der gleiche Kapitän, und dieses Mal schloss er uns in seine Durchsage ein und grüsste seinen Kollegen Miguel Rosas, der geheiratet hatte und gerade von seinen Flitterwochen zurückkam und wir ernteten Beifall vom ganzen Flugzeug :)

Die Tage in Oaxaca liessen wir es ganz ruhig angehen. Wir besichtigten zwar dies und das (Lagune, Bootstour, Schildkrötenmuseum, Naturkosmetik), aber alles ganz entspannt und hatten genug Zeit zum Nichtstun, lesen, schlafen, lecker essen... Unser Cabañas-Hotel in Zipolite war ein Traum. Ausserdem hatten wir mega Glück und bekamen die beste Cabaña direkt am Strand vorne, wir hatten keine Reservierung, aber sie war gerade 30 Minuten, bevor wir kamen frei geworden und die ganze Woche und auch das darauffolgende Wochenende nicht reserviert. Glück? Abends haben wir einfach immer im hoteleigenen Restaurant gegessen, das eine vorzügliche Küche hatte, es hat einfach immer gut geschmeckt!! Die Tische waren im Sand direkt am Wasser und es war stockdunkel ausser den Fackeln, die überall rumstanden und die Sterne, die über uns leuchteten... TRAUMHAFT !!! Ein Spa war auch dabei, wo sich Miguel einmal eine Gesichtsbehandlung gegönnt hat und ein toller Pool, den ich sehr genossen habe, denn durch den starken Wellengang war schwimmen im Meer leider ungmöglich. Zu den angebotenen Yoga-Stunden konnten wir uns dann aber doch nicht aufraffen ;) Als Souvenir habe ich gaaanz viele kleine Schneckenmuscheln mitgenommen, die kommen bald in ein schönes Behältnis :)

Fotos auf Picasa :)

Märchenhochzeit !!!

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